Leitlinien
für eine rassismuskritische und dekoloniale Predigtpraxis
- Wir reflektieren unsere eigene Verstrickung in rassistische Strukturen.
Wir erkennen an, dass Rassismus unsere Sprache, unser Denken und kirchliche Praxis prägt, und verpflichten uns zu kontinuierlicher Selbstkritik. - Wir vermeiden koloniale und problematische Sprachbilder.
Wir verzichten auf Metaphern und theologische Bilder, die historisch mit Abwertung und Hierarchisierung verbunden sind, und nutzen stattdessen eine kontextbewusste, würdeorientierte Sprache. - Wir machen vielfältige Perspektiven sichtbar.
Wir beziehen bewusst Stimmen von Theologinnen, Aktivistinnen und Menschen of Color ein und hinterfragen eurozentrische Deutungsmuster. - Wir instrumentalisieren Betroffene nicht.
Wir verwenden keine vereinfachenden oder ausschmückenden „Schicksalsgeschichten“, sondern greifen auf kontextualisierte, selbstbestimmte und veröffentlichte Perspektiven zurück und richten den Blick auf strukturelle Zusammenhänge. - Wir sprechen präzise und inklusiv.
Wir gehen sensibel mit „Wir“- und „Sie“-Formulierungen um, vermeiden Ausschlüsse und machen unterschiedliche Erfahrungen sichtbar. - Wir berücksichtigen Intersektionalität.
Wir denken Rassismus stets im Zusammenhang mit anderen Diskriminierungsformen wie Sexismus, Ableismus oder Klassismus und fördern Solidarität auf mehreren Ebenen. - Wir vermitteln Hoffnung ohne Verharmlosung.
Wir benennen Unrecht klar und verbinden Hoffnung mit konkreten Perspektiven von Veränderung, Gerechtigkeit und Befreiung. - Wir verwenden diskriminierungssensible Sprache.
Wir vermeiden pauschale, exotisierende oder stereotype Zuschreibungen und nutzen stattdessen präzise, respektvolle und kontextbezogene Begriffe. - Wir vermeiden paternalistische Haltungen.
Wir formulieren nicht aus einer überlegenen Position heraus, sondern verstehen uns als solidarisch Handelnde und orientieren uns an den Stimmen der Betroffenen. - Wir benennen Rassismus klar.
Wir verzichten auf beschönigende oder verschleiernde Begriffe und sprechen offen von Rassismus, Diskriminierung und kolonialen Kontinuitäten.


